Diagnose Schamlippenkrebs

Das Vulvakarzinom (Schamlippenkrebs) ist eine eher seltene bösartige Tumorerkrankung der äußeren Geschlechtsorgane der Frau, wobei in den letzten Jahren eine Zunahme diese Erkrankung gerade auch bei jüngeren Frauen festzustellen ist. Bei jungen Frauen ist häufig eine Virusinfektion mit den humanen Papilloma-Viren (HPV) der Auslöser.

Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) empfiehlt betroffenen Patientinnen zur Behandlung ein zertifiziertes Gynäkologisches Krebszentrum der DKG aufzusuchen.

Welche Symptome gibt es?
Durch eine frühzeitige Entdeckung der Vorstufen des Vulvakarzinoms kann durch eine entsprechend eingeleitete Therapie die Entwicklung eines invasiven Karzinoms verhindert werden. In unserem Gynäkologischen Krebszentrum wurde hierzu eine spezialisierte Vulva-Sprechstunde bzw. Dysplasie-Sprechstunde eingerichtet, in denen Frauen mit Krebsvorstufen untersucht, beraten und auch behandelt werden können. Folgende Symptome sind für das Vulvakarzinom charakteristisch und sollten stets dazu Anlass geben, den behandelnden Frauenarzt frühzeitig aufzusuchen:

  • Lang, anhaltender Juckreiz
  • Veränderung der Farbe/Aussehen der Vulva
  • Blutung/Juckreiz
  • Unklare Schmerzen

Gerade die Behandlung in frühen Stadien führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Heilung.

Die Symptome sollten als Warnsignale verstanden werden und zu einer genauen Untersuchung der Vulva veranlassen. Während der Untersuchung werden nach auffälligen oberflächlichen Veränderungen des Genitals/der Haut gesucht. Werden auffällige Strukturen gefunden, werden anschließend Gewebeproben entnommen und mikroskopisch untersucht. Hierzu bieten wir unseren Patientinnen umfangreiche diagnostische Maßnahmen in unserer Dysplasie-Sprechstunde an.

Wenn sich der Verdacht bestätigt, ist die Operation die Therapie der Wahl. Die operative Therapie des Vulvakarzinoms hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Anstatt einer Radikaloperation wird heute nur der unmittelbar betroffene Teil der Vulva mit einem Sicherheitssaum (inkl. Leistenlymphknoten) entfernt. In frühen Stadien sind bei diesem Vorgehen die Heilungschancen sehr hoch. Es sichert neben der Tumorentfernung auch eine möglichst optimale kosmetische Wiederherstellung. Hierzu bedarf es einer großen operativen Erfahrung.

Die Behandlung richtet sich nach den Empfehlungen der Deutschen Krebsgesellschaft.

Die Operation erfolgt in zwei Schritten:

  • Im ersten Schritt werden zunächst nur die Wächterlymphknoten (Sentinel-Methode)  entfernt.
  • Nur bei Befall des Wächterlymphknotens oder auffälligen Lymphknoten in der Leiste erfolgt in einem zweiten Schritt eine vollständige Lymphonodektomie. Durch entsprechende therapeutische Maßnahmen können Beinschwellungen nach der OP verhindert werden.
  • Nur bei Befall der Lymphknoten mit Metastasen erfolgt im Anschluss an die Operation eine Bestrahlung.


In unserem Gynäkologischen Krebszentrum der DKG werden diese Operationen unter der Leitung von spezialisierten Fachärzten für gynäkologische Onkologie durchgeführt. Ein hohes Maß an operativer Erfahrung und die optimale Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen gewährleisten unseren Patientinnen sehr gute Langzeitergebnisse bei niedriger Komplikationsrate.

Das weitere Vorgehen wird für jede Patientin individuell in einer interdisziplinären Tumorkonferenz und in enger Zusammenarbeit mit dem behandelnden niedergelassenen Frauenarzt festgelegt.

Anmeldung zur Vulva-Sprechstunde/Operation – auch Zweitmeinung
Chefärztin Dr. med. W. Ruhwedel
Telefon: 05241-8324-102 (Chefarztsekretariat)