Fragen und Antworten

Hygiene im Krankenhaus ist Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Hier geben wir Ihnen Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Sprechen Sie uns gerne an.

MRSA steht für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus - eine durch den breiten Einsatz von Antibiotika seit den 1960er Jahren zunehmend auftretende resistente Bakteriengruppe. MRSA ist der „berühmteste“ unter den multiresistenten Erregern (MRE) und besiedelt Haut und Schleimhäute von Mensch und Tier. Beim Menschen kann er unter anderem Wundinfektionen und Entzündungen der Atemwege hervorrufen.  

Die Methicillin-resistente Variante von Staphylococcus aureus ist gegen alle so genannten Beta-Laktam-Antibiotika unempfindlich, also gegen Penicilline und Cephalosporine. Diese Antibiotika wirken bei der Behandlung einer Infektion mit MRSA nicht mehr, das bedeutet sie können den Infektionsverursacher nicht abtöten. MRSA-Infektionen sind deshalb eine Herausforderung für behandelnde Mediziner.

Der Mensch ist natürlicherweise mit Keimen bedieselt. Den sensieblen Staphylococcus aureus tragen etwa 30 Prozent der Menschen im Nasen-Rachen-Raum. Eine reine Besiedlung mit diesem Keim auf der Haut oder in der Nase wird in der Regel nicht bemerkt und bereitet keine Probleme.

  • Jeder Patient erhält bei der Aufnahme einen Fragebogen, anhand dessen festgestellt werden kann, ob ein Risiko besteht Träger dieses Erregers zu sein. Dieser Bogen geht im Klinikum deutlich über die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts hinaus.
  • Sobald eine Frage mit „ja“ beantwortet wird, führen die Fachkräfte einen MRSA-Test durch, der in der Regel innerhalb von 24 Stunden ein Ergebnis liefert.
  • Ist der Test positiv, wird der Patient informiert. Alle Hygienemaßnahmen werden unmittelbar in die Wege geleitet, z.B. Unterbringung in einem Einzelzimmer zur Isolierung, Behandlung gegen den Keim. Somit wird eine Übertragung auf andere Personen verhindert. Diese Maßnahmen sind in Hygienestandards beschrieben.
  • Durch das flächendeckende Screening liegt die Rate der im Krankenhaus erworbenen MRSA-Keime im Klinikum Gütersloh im Promillbereich.
  • Die Qualität des Wassers, die Klimaanlagen und die Endoskope werden regelmäßig auf Sauberkeit (Mikrobiologie) kontrolliert.
  • Das Hygieneteam führt regelmäßig Begehungen in den Bereichen und auf den Stationen durch (Selbstkontrolle).
  • Schulungen für alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden fachbezogen zu verschiedenen Themen der Hygiene durchgeführt.
  • Der vorgeschriebene Hygieneplan wird stets den neuen wissenschaftlichen  Erkenntnissen angepasst.
  • Die Aufbereitung der Instrumente, die steril zum Einsatz kommen, z.B. bei einer Operation, unterliegt in der ZSVA (Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung) streng geregelten Aufbereitungsprozessen.
  • Das Team der Hygiene erfasst zeitnah alle multiresistenten Erreger und übertragbaren Infektionserkrankungen und überprüft, ob die erforderlichen Maßnahmen korrekt eingehalten werden
  • Audits werden durch das Qualitätsmanagement durchgeführt.
  • ... und vieles mehr

Der Vorsitzende der Hygienekommission ist der Ärztliche Direktor des Klinikums. An den Sitzungen nehmen die hygienebeauftragten Ärzte, die Hygienefachkräfte, die Geschäftsführerin, ein Infektiologe sowie Leitungen aus hygienerelevanten Bereichen teil. Unterstützt werden wir zusätzlich von einem Mikrobiologen. Eine Geschäftsordnung regelt die Kommissionssitzungen.

Aufgaben:

  • Bewertung der erfassten Daten der multiresistenten Erreger, der nosokomial erworbenen Infektionen und des Verbrauches der Händedesinfektionsmittel.
  • Besprechung der korrekten  Umsetzungen von neuen Richtlinien und Empfehlungen
  • Analyse des Antibiotikaverbrauches und der Resistenzlage der Erreger im Kreis Gütersloh
  • Hygieneplan  wird dem neusten Stand der Wissenschaft angepasst

Krankenhäuser mit diesem Siegel stellen sicher, dass sie sich fortwährend mit dem Thema multiresistente Erreger auseinandersetzen und ein strukturiertes  Untersuchungs- und Behandlungskonzept haben. Das Siegel wird vom MRE-Netzwerk nur vergeben, wenn zehn verschiedene Qualitätspunkte erfüllt sind. Es ist zwei Jahre gültig und wird nur verlängert, wenn der Nachweis erbracht werden kann, dass ein Haus auch weiterhin alles unternimmt, um andere Patienten und das Personal vor diesem Keim zu schützen.

Krankenhäuser sind verpflichtet, bestimmte hygienerelevante Daten nicht nur zu erfassen, sondern auch zu bewerten und Rückschlüsse daraus zu ziehen. Das Klinikum nimmt für MRSA am sog. MRSA-Modul des Nationalen Referenzzentrums in Berlin teil (www.nrz-hygiene.de) .

Hier fließen Daten von vielen anderen Krankenhäusern zusammen, so dass ein deutschlandweiter Vergleich möglich ist. Aus diesen Daten können wir erkennen, ob noch Verbesserungspotentiale vorhanden sind, um diese dann auch umzusetzen. Wir haben schon seit Jahren feststellen können, dass die allermeisten MRSA-Keime von Patienten mit in das Krankenhaus gebracht werden.

Nein. Dieser multiresistente Erreger kommt in jedem Krankenhaus sowie auch in Alten- und Pflegeheimen vor. Wichtig sind das frühzeitige Erkennen eines MRSA-Trägers, die strenge Umsetzung der Hygienemaßnahmen und eine Therapie (Sanierung), um diesen Erreger zu eliminieren und eine Übertragung zu vermeiden.

Das wichtigste Arbeitsinstrument sind die Hände des medizinischen Personals. Sie stellen die Hauptüberträger für Erreger dar, wenn sie nicht korrekt und nach den Indikationen desinfiziert werden.

Aber auch durch eine adäquat durchgeführte Händehygiene lassen sich Infektionen leider nicht immer vermeiden.

Hände waschen
Medizinisches Personal sollte sich so wenig wie möglich die Hände waschen. Eine Desinfektion geht schneller, ist effektiver und schadet der Haut weniger.

Meistens reicht es aus, wenn Patienten sich zum Beispiel nach dem Toilettengang die Hände gründlich waschen. Ebenso im häuslichen Bereich.

Wenn Sie Angehörige pflegen kann im Einzelfall eine Desinfektion sinnvoll sein. Besprechen Sie dies mit ihrem Hausarzt.

Hände desinfizieren für Patienten und Angehörige/BesucherIn manchen Fällen kann es von Bedeutung sein, dass Patienten und Angehörige sich die Hände desinfizieren. Die Pflegenden werden es Ihnen erklären.

Hier einige Empfehlungen, die wir Ihnen geben möchten.

Wenn Sie weitere Fragen haben, sprechen Sie gerne einen der Hygienefachkräfte an.

  • Hände waschen nach dem Toilettengang / vor dem Essen
  • Händedesinfektion, falls es notwendig ist (Sie werden vom Pflegepersonal geschult) oder Sie es möchten
  • nicht barfuß laufen
  • keine Topfpflanzen im Patientenzimmer stehen haben (Keime in der Erde)
  • auf regelmäßige Körperhygiene achten
  • bevor Sie ein durch ein Schild gekennzeichnetes Isolationszimmer betreten, sprechen Sie bitte das Pflegepersonal an