Urologie Patientengespräch

Prostatakrebs-Diagnostik

Prostatakrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Männern. Jedes Jahr erkranken ca. 30.000 Männer in Deutschland neu an Prostatakrebs.

Die gesetzliche Früherkennung beginnt ab dem 45. Lebensjahr (bei Krebserkrankungen in der Familie ab dem 40. LJ) und umfasst eine Tast- und eine Ultraschalluntersuchung. Die zusätzliche Messung des PSA-Wertes im Blut muss vom Patienten selbst bezahlt werden (ca. 20 €). Ein erhöhter Wert kann aber sehr frühzeitig eine mögliche Krebserkrankung anzeigen.

In bestimmten Fällen wird bei Krebsverdacht noch zusätzlich eine MRT-Untersuchung der Prostata veranlasst. Sie gehört aber noch nicht zum Standard bei der Früherkennung.

Zur Sicherung der Diagnose ist immer eine Gewebeprobe aus der Prostata erforderlich.

Die Spezialsprechstunde Prostatabiopsie wird von Dr. Hans-Christian Schoop, Oberarzt der Klinik für Urologie, durchgeführt. Sie findet dienstags von 9 bis 12 Uhr statt. Anmeldungen sind über das Chefarztsekretariat (Tel. 05241-83 24602) möglich.

Zunächst erfolgt eine Beratung zu den von Ihrem Urologen bereits erhobenen Befunden. In bestimmten Fällen wird zusätzlich eine spezielle MRT-Untersuchung der Prostata in unserer Klinik für Radiologie veranlasst.

Bei Verdacht auf das Vorliegen von Prostatakrebs wird eine Prostatabiopsie empfohlen. Diese kann systematisch aus allen Prostatabereichen oder zusätzlich noch gezielt als Fusionsbiopsie aus auffälligen Bereichen erfolgen.

Wir führen die Prostatabiopsie als ambulante Intervention in Seitenlage und in örtlicher Betäubung durch.

Unter ständiger Ultraschallkontrolle werden Gewebeproben über den Enddarm aus allen Bereichen der Prostata entnommen. Üblicherweise nehmen wir 14 Proben. Der Eingriff erfolgt nach sorgfältiger Desinfektion und unter prophylaktischer Gabe eines Antibiotikums und dauert ca. 10 Minuten.

Nach einer kurzen Nachbeobachtungszeit können Sie anschließend wieder nach Hause gehen. Es ist jedoch zu empfehlen, dass Sie nicht selbst Auto fahren und mit Begleitperson kommen.

Die Gewebeproben werden einzeln und nach Entnahmeort sortiert vom Pathologen untersucht.

Der Befund kann nach ca. 1 Woche bei Ihrem Urologen oder über unsere Sprechstunde erfragt und besprochen werden.

In bestimmten Situationen (wiederholte Biopsie nach negativen Vorproben oder im Rahmen der „aktiven Überwachung“) empfehlen die Leitlinien vor erneuter Biopsie eine spezielle MRT-Untersuchung der Prostata (sog. multiparametrische MRT, mpMRT). Finden sich hierbei krebsverdächtige Regionen in der Prostata, so können hieraus gezielte Biopsien entnommen werden.

Hierzu werden die MRT-Bilder mit den zuvor markierten auffälligen Regionen der Prostata während der Biopsie live mit den bewegten Bildern des Ultraschalls in Übereinstimmung gebracht, also „fusioniert“. Anschließend werden diese Regionen zielgenau biopsiert. Meist werden 3-4 Proben pro auffällige Region entnommen.

Zusätzlich soll aber weiterhin eine systematische Biopsie erfolgen, um die übrigen (im MRT nicht auffälligen) Regionen ebenfalls beurteilen zu können. Dadurch erhöht sich die Genauigkeit und Verlässlichkeit des Gewebebefundes.

Je nach Anzahl der verdächtigen Regionen werden bei der Fusionsbiopsie zusammen mit der systematischen Biopsie zwischen 17 und 25 Proben entnommen.

Der Eingriff wird (wie die systematische Biopsie) ambulant und in örtlicher Betäubung durchgeführt. Er erfolgt nach sorgfältiger Desinfektion und unter prophylaktischer Gabe eines Antibiotikums und dauert ca. 20 Minuten.

Nach einer kurzen Nachbeobachtungszeit können Sie anschließend wieder nach Hause gehen. Es ist jedoch zu empfehlen, dass Sie nicht selbst Auto fahren und mit Begleitperson kommen.

Der Befund kann nach ca. 1 Woche bei Ihrem Urologen oder über unsere Sprechstunde erfragt und besprochen werden.