Magenchirurgie

Der Magen ist ein muskuläres Hohlorgan mit einem Volumen von 1.5 Litern, was den Speisebrei nach der Speiseröhrenpassage aufnimmt. Er bildet Salzsäure, die dem Speisebrei zur Zersetzung beigemengt wird. Anschließend erfolgt die Abgabe durch die Magenpforte in den Zwölffingerdarm.

Auf dem Gebiet der Magenchirurgie arbeiten wir eng mit der Gastroenterologie zusammen, wo die Funktionsstörungen endoskopisch untersucht, klassifiziert und die Fälle therapiert werden, die ohne Operation zu heilen sind. Je nach Operation und individueller Situation des Patienten führen wir diese Eingriffe in minimalinvasiver oder in offener Technik durch.

Chirurgische Eingriffe am Magen können notwendig werden bei:

Ein Magengeschwür ( Ulcus ventriculi ) ist eine tiefe Wunde in der Magenschleimhaut. Sie macht sich typischerweise durch Schmerzen im Oberbauch bemerkbar. Sie entstehen vor allem durch ein Übermaß an Magensäure. Oft ist auch eine Besiedelung der Magenschleimhaut mit dem Bakterium Helicobacter pylori verantwortlich. Auch eine gestörte Magenentleerung, bestimmte Medikamente, eine genetische Vorbelastung oder ungünstige Lebensgewohnheiten (Stress, Alkohol etc.) können ursächlich sein. Die Therapie der ersten Wahl ist die Gabe von Medikamenten, womit sich ein Magengeschwür meist vollständig heilen läßt.

Gewisse Komplikationen des Magengeschwüres machen eine chirurgische Behandlung erforderlich. Hierzu zählt die Perforation (Durchbruch) eines Magengeschwüres oder eine Magenblutung, die endoskopisch nicht zu stoppen ist.

Das häufigste Krankheitsbild für eine Magenmanschetten-Operation (Fundoplicatio) ist die sogenannte gastroösophageale Refluxkrankheit, bei der es zu einem Rückfluss von saurem Magensaft in die Speiseröhre kommt. Diese Erkrankung äußert sich unter anderem in schmerzhaftem Sodbrennen. Die Fundoplicatio ist erst nötig, wenn die Beschwerden trotz einer sechsmonatigen Therapie mit Medikamenten, die den Magensaft weniger sauer machen, bestehen bleiben.

Vor der Operation wird der Patient umfangreich untersucht, neben einer Magenspiegelung werden auch Gewebeproben entnommen. Dadurch können zum einen die Refluxkrankheit bestätigt, zum anderen schwerwiegende Ursachen wie Krebs ausgeschlossen werden.

Die Fundoplicatio ist ein operativer Eingriff, bei dem Anteile der Magenwand in Form einer Manschette um den unteren Teil der Speiseröhre genäht werden. Je mehr sich der Magen bei der Nahrungsaufnahme füllt, desto mehr Speisebrei gelangt in die Manschette, deren Muskeln sich dann zusätzlich zusammenziehen. Dadurch wird der Rückfluss von saurem Mageninhalt – dem Auslöser von Sodbrennen – in die Speiseröhre verhindert. Gleichzeitig ermöglicht die Fundoplicatio dem Patienten eine normale Ernährung.

Gutartige Tumore können in der Regel im Rahmen einer Magenspiegelung nachgewiesen und auch entfernt werden. Sind die Tumore jedoch in ihrer Ursache unklar oder zu groß, um sie endoskopisch zu entfernen, muss dies durch eine Operation in der Regel in minimalinvasiver laparoskopischer Technik  erfolgen, auch ggf. unter intraoperativer Kontrolle durch eine Gastroskopie (Rendezvous-Verfahren). Solche Operationen nennt man auch Wedge-Resektionen.

Bei einem Verdacht des Vorliegens eines bösartigen Tumors erfolgt zunächst eine endoskopische Untersuchung, bei der eine Gewebeprobe entnommen werden kann, um den Tumor nachzuweisen.

Wird ein Magenkarzinom diagnostiziert, verschafft man sich Klarheit über die Größe und Ausdehnung und über das Vorhandensein von Metastasen (Tochtergeschwülsten). Eventuell ist dafür auch eine Bauchspiegelung erforderlich, eine laparoskopische minimalinvasive Operation, bei der man die Bauchhöhle betrachtet und die Organe und Gewebeproben entnehmen kann. Im Rahmen der interdisziplinären Tumorkonferenz wird dann anhand der Befunde festgelegt, ob eine Vorbehandlung in Form einer Chemotherapie erfolgen kann, um den Tumor zu verkleinern. Die Entscheidung wird nach genauen Leitlinien gefällt, für jeden Patienten wird die bestmögliche Therapie gewählt.

Die teilweise oder komplette Entfernung des Magens (Gastrektomie) und die systematische Entfernung des den Tumor umgebenden Gewebes zusammen mit eventuell betroffenen Lymphknoten verschaffen dem Patienten gute Heilungsaussichten. In vielen Fällen kann eine langfristige Heilung erreicht werden.
Sollte eine totale Magenentfernung notwendig gewesen sein, kann auch nach diesem Eingriff wieder eine gute Lebensqualität erreicht werden, denn der Magen wird bei der Operation durch Dünndarm ersetzt.